Davor haben die Politiker wirklich Angst

Narzisstisch kranke Politiker – Hans-Joachim Maaz

Die Machtelite der DDR klammerte sich krampfthaft an ihre Ideologien. Trotzdem kam des Ende dieses Regimes. Das gleiche klammernde, realitätsverweigernde Verhalten lässt sich bei der heutigen Bundesregierung beobachten. Die Parallelen zwischen den beiden Systemen sind nicht äußerlich, aber psychologisch deutlich zu erkennen, sagt Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Autor Hans-Joachim Maaz. Er bespricht die narzisstischen Persönlichkeitsstörungen der Politelite mit Hagen Grell im NuoViso Talk. Unsere Gesellschaft ist zu großen Teilen narzisstisch krank, sagt Maaz, der in den letzten Monaten in Vorträgen vor der inneren Spaltung Deutschlands durch ideologische Gräben warnte. Insbesondere die politischen Eliten zeigten sehr häufig ein Verhalten, was sonst bei narzisstisch gestörten Persönlichkeiten beoachtet werden kann. Sie sind leicht reizbar und können leicht gekränkt und provoziert werden. Sie dulden keine Widerrede und wollen unliebsame Meinungen verbieten. Sie schließen sich in ihre eigene Ideologie ein, können keine Fehler zugeben und halten an ihren Plänen fest, auch wenn sie dafür keinen Rückhalt mehr haben. Aber auch in der Bevölkerung ist zu beobachten, dass viele Menschen sich nicht gesund verhalten: Sie können keine Gegenmeinungen akzeptieren, sich nicht in einen andere Standpunkt versetzen, missverstehen Vieles als Angriff und tragen in sich einen Gefühlsstau, der sich bei kleinen Auslösern entlädt. Gerade dies schaffe ein brenzliges soziales Klima, so Maaz, welches zu unnötiger Gewalt führen kann und eine innere Spaltung des Landes befürchten lässt. Das Gegengift zu diesen Fehlentwicklungen stelle langfristig eine gesunde Erziehungs- und Beziehungskultur zu Kinder dar und kurzfrist das schrittweise Überwinden politischer Korrektheit, das Abwenden von Ideologien und eine offene Kommunikation über die Probleme und Heilung der real existierenden Persönlichkeitsstörungen in hohen Positionen und allgemein im Volk.

 

Je größer der Dachschaden um so höher das Amt könnte man auch sagen

So erkennen Sie System Trolle…

1. Halte Dir immer die Möglichkeit offen, dem Andern fehlendes oder falsches Verständnis Deiner Position vorzuwerfen. Neben einer undefinierten Begrifflichkeit eignet sich hierfür auch sehr schön das Denken auf zwei Ebenen, zwischen denen man dann bei Bedarf wechselt. Große Möglichkeiten bietet das Hin- und Herspringen zwischen der Ebene des “normalen Denkens” und “höheren” Bewusstseinsebenen.

2. Biete selber so wenig Angriffsfläche wie möglich. Lass Dich nicht auf einzelne Behauptungen festlegen und auch nicht auf bestimmte Definitionen. Behalte Dir immer eine Uminterpretation Deiner Begriffe vor. Dann kann Dir auch so leicht kein logischer Widerspruch nachgewiesen werden.

3. Vermeide, dass eine Frage so weit geklärt wird, dass sie auf den Punkt gebracht werden kann. Schneide rechtzeitig eine Vielzahl anderer Fragen an, sodass eine gründliche Diskussion der einzelnen Punkte schon von daher unmöglich wird.

4. Benutze komplizierte Begriffe wie selbstverständlich mit unüblichen Bedeutungen. Blocke Nachfragen ab, indem Du diese als Zeichen mangelnder Intelligenz oder Kenntnisse wertest. Hier wird auch oft ein Krankheitsgrund vorgegaukelt um Mitleid erwecken zu wollen.

5. Lass Dich nicht auf die Terminologie des andern ein sondern verwende nur Deine eigenen, möglichst ungeklärten Begriffe. Damit bist Du immer Herr des Geschehens.

6. Scheue keine Wiederholungen. Je öfter etwas wiederholt wird, desto vertrauter und glaubwürdiger klingt es für den durchschnittlich intelligenten Adressaten.

7. Lass Dich nicht auf die einfache Beantwortung konkreter Fragen ein. Störe die Argumentationsstrategie des andern durch Gegenfragen oder weitschweifige Ausführungen, bei denen der Leser die eigentliche Ausgangsfrage schließlich vergisst.

8. Reagiere an Stelle von inhaltlicher Kritik mit:
Erstaunen (“Das kann nicht Dein Ernst sein!”), Langeweile (“Das ist ja nun wirklich nichts Neues, was Du da anbringst!”), Spott (“Das ist ja Kindergarten-Niveau!”) oder Hohn (“Das ist also die hoch gelobte Theorie!”).

9. Sollte ein Anderer einmal wirklich treffende Argumente vorbringen, denen Du nichts entgegensetzen kannst, ignoriere den Beitrag. Oft geht er im allgemeinen Diskussionsgetümmel unter und erledigt sich so von selber. Notfalls erzeuge selber ein aufgeregtes Getümmel, eröffne einen Nebenkriegsschauplatz und nebele Dich ein.

10. Sorge dafür, dass andere bereit stehen und Dir bestimmte Dinge abnehmen, z. B. indem sie an Deiner Stelle auf Fragen an Dich antworten oder Dir beipflichten. Das Nennt man die Psychologie der Massen.

11. Nimm Einfluss auf die Meinungsbildung allein schon durch die überwältigende Menge und Länge Deiner Beiträge. Texte den Andern notfalls zu. rede so lange das alle einschlafen.

12. Bleibe nicht auf der Ebene des Austauschs von Argumenten sondern beziehe die Personen mit ein. Unterstelle den andern mangelnde intellektuelle Fähigkeiten und moralisch bedenkliche Motive. Zweifle an ihren Geisteszustand.

13. Gehe auf die Argumente des andern nicht inhaltlich ein, sondern attackiere den andern von einer übergeordneten Sicht aus. Geeignet hierfür sind Szenarien wie: – Der begriffsstutzige Schüler (“Nun sieh mal. Das kann ja nicht so schwer zu begreifen sein!”) – Der dogmatisch Befangene (“Ich verstehe, warum es Dir schwer fällt, diese Wahrheit zu akzeptieren.”) oder – Der in Gewohnheiten Befangene (“Du bewegst Dich völlig in den eingefahrene Gleisen des üblichen Denkens.”) Überleitung zu Beziehungsproblemen um Vertrauen zu erschleichen.

14. Gehe auf den andern nicht direkt ein, sondern bewerte ihn pauschal, am wirkungsvollsten dadurch, dass Du ihn mit einem andern Diskussionsteilnehmer vergleichst und Du ihn dabei schwach aussehen lässt (“Der einzige, der hier relevante Beiträge geliefert hat, ist X”).

15. Gehe nicht auf die konkreten Fragen des Anderen ein, sondern lass dessen Fragen in einem bestimmten Licht erscheinen. Eine Möglichkeit hierfür ist die Nutzung von Typologien und deren gedankliche und emotionale Verknüpfung mit bestimmten Vorurteilen. Geeignete Typen sind: – Der Intellektuelle, der nicht mehr fühlen und erleben kann, – Der eingebildete Akademiker, der sich als etwas besseres vorkommt und das Wissen der einfachen Leute ignoriert, – Der Wissenschaftler, der vollgestopft ist mit Bücherwissen, der aber das Leben nicht kennt und die Jahrtausende alten Wahrheiten wegen seiner professionellen Scheuklappen nicht aufnehmen kann.

16. Nutze die vorhandenen Vorurteile und Ressentiments gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen, indem Du an sie anschließt.

17. Zeige niemals, wie stark Dich ein kritisches Argument getroffen hat. Verbreite gerade dann gute Laune.

18. Zermürbe den andern, indem Du ihn an empfindlicher Stelle triffst. Wenn z. B. ein Teilnehmer bekanntermaßen großen Wert auf Klarheit der Sprache legt, so schreibe ihm: “Deine Formulierungen sind mir zu schwammig und zu unpräzis.” Das muss dann nicht durch Beispiele belegt werden.

19. Dränge den Gegner durch die bloße Menge und Länge Deiner Beiträge an den Rand. Nutze die Chance, dass jeder Deine Beiträge lesen muss, wenn er informiert mitdiskutieren will. Gerade wenn die Diskussion an einem bestimmten Punkt für Dich kritisch wird.

20. Entwaffne den Andern, indem Du dessen Argumente als irrelevant abtust. Eine Möglichkeit ist die pauschale Ablehnung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Damit ist der durchschnittliche Diskussionsteilnehmer bereits zu 90% seiner Argumente beraubt. Eine andere Möglichkeit ist die Einführung neuartiger Kriterien. Als Kriterium geeignet ist z. B. das direkte Erleben, das allein Gewissheit besitzt. Damit können dann alle Theorien oder Hypothesen als sekundäre Vermutungen zurückgewiesen werden und der andere ist auf einen Schlag 99,99% seiner Argumente los.

21. Nutze die allgegenwärtigen Ungenauigkeiten und Verkürzungen der Sprache, um den andern gezielt misszuverstehen. Dann zerpflücke genüsslich Dein eigenes Geschöpf, das Du ihm untergeschoben hast. Vorgeben das man etwas nicht verstanden hätte. Besonders perfide ist die Veröffentlichung von realen Namen und privaten Adressen zur Einschüchterung, heimliche Video und Tonmitschnitte die So zusammengestellt werden das der Sinn verdreht ist. Unglaubhaftmachung und Verwirrung hier wird vorrangig mit Übertreibung gearbeitet. Es werden Argumente übernommen und überspitzt dargestellt. Hierbei wird die Unkenntnis und Unsicherheit der Bürger ausgenutzt. Verlinkungen auf bzw. Zitate solcher offensichtlich falschen Beiträge machen den entsprechenden Nutzer unglaubwürdig und stiften ggf. Verwirrung bei den Menschen, die diese Masche noch nicht durchschaut haben.

Das ganze könnte noch x beliebig weiter geführt werden, hierzu sei aber auch gesagt das man etwas zu vorschnell Falsch verstehen oder vorverurteilen könnte. Das beste ist immer man hört auf sein Bauchgefühl. Wer sich in sein Gegenüber reindenkt, der weiß auch schon wie der jenige handeln oder  denken wird!

Ich kann dazu nur allgemein sagen beschäftigt euch mit Psychologie und mit den Maschen von Sektenführern so bekommt man am besten ein Auge und Ohr für solche Spinner!

Wie Sie eine Sekte erkennen können, möchte ich Ihnen in den folgenden Zeilen gerne kurz aufzeigen:

Sekten kennen “nur eine richtige Lehre”. Davon, dass man die Wahrheit auch nur teilweise erkennen kann, halten Sektierer nichts. Sie zeichnen sich denn auch dadurch aus, dass sie auf alle Fragen immer sofort die passen Antwort haben (bzw. zu haben glauben).
Sekten betonen Teilaspekte ihrer Sonderlehre
. Egal ob Endzeitfragen, Kleider- oder Speisevorschriften: bei den Sektierern stehen solche und ähnliche Themen jeweils im Vordergrund.
Sekten werden von einem Gründer oder einer Führungsperson autoritär geleitet. Und was diese Person sagt ist im Normallfall auch wichtiger als das, was in der sonnst wol steht.
Sekten sind intolerant gegenüber Andersdenkenden. Sie lassen nur ihre Meinung gelten und geben sich in keiner Weise Mühe, andere Denkweisen verstehen, geschweige denn akzeptieren zu wollen.
Sekten lähmen selbstständiges und kritisches Denken. Innerhalb einer Sekte werden keine Widersprüche geduldet. Die Lehre und die Art, wie der Umgang untereinander zu geschehen hat, ist klar vorgegeben. Wer die Sache anders sieht, wird oft mit harten Mitteln zurechtgewiesen.
Sekten erzeugen und fordern Abhängigkeit. Die Mitglieder einer Sekte werden systematisch – oft über einen längeren Zeitraum hinweg – in verschiedene Formen der Bevormundung getrieben.
Sekten mischen sich in private Angelegenheiten ein. Wer einer solchen Gruppierung beitritt, der kann sich sein eigenes Privatleben über kurz oder lang an den sprichwörtlichen Nagel hängen. Die wachsamen Augen der frommgetünchten Gurus und Pharisäer werden ihn auch in seinen eigenen vier Wänden zu kontrollieren versuchen.
Sekten beuten finanziell aus. Egal ob teure Kurse oder spezielle Projekte, für die grössere Spenden benötigt werden: Die Sektenbosse wissen, wie sie an den Inhalt der einzelnen Geldbeutel rankommen. Und dann gibt es noch die Gestörten, die sich daran ergötzen Menschen in Schwierigkeiten zu bringen! Die Liste der Bekloppten ist schier Unendlich !

„Nudging“ Gängeln….

Sie wissen, was Mobbing ist, das auf das Herausdrängen aus der Gruppe (=Mob) abzielende massive Schikanieren,  z.B. eines Arbeitskollegen oder Mitschülers.Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat diesen Begriff 1963 bei der Beschreibung der Gruppenangriffe von Vögeln auf einen Feind, etwa einen Fuchs, erfunden.
Auch was Stalking ( jur. Nachstellung)  ist, haben Sie lernen müssen: Es ist das obsessive belästigende Verfolgen einer Person. Dieser Begriff kam erstmals 1993 auf. Er stammt über das Gälische (staclaire=Jäger, Falkner) aus der englischen Jägersprache, die darunter sowohl das Jagen und Hetzen wie auch das Stolzieren versteht.
Und jetzt wird unser Begriffshorizont erweitert durch den brandaktuellen Begriff des Nudging (Aussprache: Nadj:ing). Auch dieser Begriff kommt aus dem Englischen. Ein Nudge ist ein Stups oder ein Schubs.Ein häufiger Grund, weshalb jemand einen Stups erhält, ist dass er gezielt auf etwas hingewiesen werden soll.

Der sanfte Zwang des „Nudging“ als Zwangsbeglückung für den Bürger – Das Extrembeispiel Energiewende – „Das Perfide am Nudging ist seine scheinbare Harmlosigkeit“

Schon mal etwas von Nudging gehört? Einige Blätter haben bereits darüber geschrieben.*) Jedenfalls deren Leser wissen schon, was das ist. Das englische Wort nudge ist auf Deutsch ein kleiner Stoß, ein Stups oder ein Schubs. Und to nudge bedeutet anstoßen, einen Anstoß geben. So kann man einem Unentschlossenen einen Schubs geben, damit er tut, wovor er noch zögert. Oder man gibt Menschen einen Schubs auf psychologische Weise, um sie zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen. Was als Schubs so niedlich und harmlos klingt, kann aber zum Gängeln ausarten – vor allem dann, wenn sich dieser Schubs-Politik Politiker bemächtigen und sich gegenüber den Bürgern als Erzieher aufspielen. Das kann so geschickt geschehen, ohne dass es die Erziehungsopfer merken oder dass sie dem Schubs sogar freudig zustimmen. Auf diese Weise wird Nudging auch zu einem Instrument, das Selbstbestimmungsrecht von Menschen einzuschränken und ihnen damit einen weiteren Teil ihrer Freiheit zu entwinden.

Das Nudge-Buch der Professoren Thaler und Sunstein
Auf Wikipedia ist dazu dies zu lesen „Der Begriff wurde von den US-Professoren Richard Thaler (Wirtschaftswissenschaftler) und Cass Sunstein (Rechtswissenschaftler) in ihrem 2008 erschienenen Buch Nudge. Improving Decisions About Health, Wealth, and Happiness (deutscher Titel: „Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt“) geprägt. In dem Buch plädieren sie für einen libertären Paternalismus. Wird in Urinalen ein Abbild einer Fliege angebracht, landen 80 Prozent weniger Urin auf dem Boden, da die Männer auf die Fliege zielen. Wird an einem Kantinenbuffet Obst erhöht in Griffnähe präsentiert, Donuts und Plundergebäck dagegen weiter entfernt, greifen die Mitarbeiter öfter zum Obst.“
Mit Nudging das Glück der Bürger steigern?
Die Tageszeitung Die Welt berichtete am 12. März: „Merkel will die Deutschen durch Nudging erziehen. Mit Strategien aus der Verhaltensforschung will Kanzlerin Merkel die Deutschen zu Musterbürgern machen. Kritiker halten das sogenannte Nudging für eine hinterhältige Form der Gängelei.“ Der Staat nutze dabei Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie, baue in Gesetze kleine Kniffe ein und bringe Bürger über kleine „Stupser“ dazu, sich besser zu verhalten: Energie zu sparen, fürs Alter vorzusorgen oder sich gesünder zu ernähren. Die Zeitung zitiert den Wirtschaftsprofessor Cass Sunstein, der als geistiger Vater des Stups-Ansatzes gilt: „Es geht um einen völlig neuen politischen Ansatz. Man kann ohne Gesetze und Verordnungen seine Ziele erreichen.“ Bei einem Besuch im Bundeskanzleramt im Januar habe Sunstein noch einmal nachdrücklich für die Verhaltensökonomie geworben. „Wichtig ist es, die Prinzipien von Transparenz und Neutralität einzuhalten“, sagte er. „Dann kann Nudging ein sehr erfolgreiches Instrument sein, um das Glück der Bürger zu steigern.“ Der ganze Artikel hier.
Nicht jeder ist für Zwangsbeglückung zu haben
Das Glück der Bürger steigern? Ist das edel und gut? Und wenn die nicht wollen? Dann die Bürger zu ihrem Glück zwingen? Nicht jeder ist für Zwangsbeglückung zu haben, selbst dann, wenn sie in der Form des Nudging daherkommt. Denn die ist nichts anderes als Paternalismus, als staatliche Bevormundung, nur subtiler.*) Eine extreme Form der Zwangsbeglückung ist dagegen die Merkel’sche Energiewende, denn sie wird mit Gesetzen und Verordnungen geradezu durchgepaukt. An der Schubspolitik a la Sunstein, die ohne gesetzlichen Zwang auskommen will, geht sie völlig vorbei. Der seit langem in Deutschland lebende Niederländer Guy Franquinet**) hat darüber dies geschrieben (die Zwischenüberschriften sind von mir eingefügt):
„Das Wort Nudging wird in letzter Zeit immer öfter verwendet. Im Prinzip geht es darum, dass eine Gruppe einer anderen Gruppe beibringt, was diese gut zu finden hat. Das Ganze findet statt, ohne dass die Betroffenen die Meinungs-Manipulation merken. Es ist eine Art kaum merkbarer Bevormundung.“
Die Energiewende als Beispiel für extremes Nudging
„Die Energiewende ist ein außergewöhnliches Beispiel für extremes Nudging. Zwar wird von den Verantwortlichen klar und offen gesagt, dass sie die Energiewende befürworten (das spricht gegen Nudging). Zugleich wird aber von vielen Instanzen die Energiewende als etwas so Natürliches dargestellt, dass es für viele Bürger kaum noch möglich ist, sich in der Öffentlichkeit gegen die Energiewende auszusprechen, ohne als Trottel oder Ewiggestriger dazustehen. Der Bürger vertritt dann künftig oft nicht mehr seine ureigene Meinung, sondern die Gängige. Noch viel schlimmer wird es, wenn er sich zur Unehrlichkeit gezwungen sieht oder gar nichts mehr sagt.“
Die Utopie von der Stromversorgung durch Sonne und Wind
„Natürlich wäre es schön, wenn jeder von uns ein Häuschen mit Solardach hätte, dessen Anlagen bei jedem Wetter und auch nachts immer ausreichend Strom liefern, und wenn es Windräder gäbe, die Niemanden stören und die Landschaft nicht zerstören und konstant auch ohne Wind Strom liefern. Aber das ist Utopie. Utopie ist alles, was aus heutiger Sicht nicht realisierbar ist.“
Auch die Kirchen singen das Energiewende-Lied mit
„Nicht nur Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie Greenpeace, BUND oder andere singen das Lied der Energiewende täglich und sehr laut, sondern auch die Kirchen stimmen in diese romantischen aber unrealistischen Lieder mit ein. So wird der Bürger, der sich technisch noch nie mit dieser Problematik beschäftigt hat, fast genötigt, den ganzen Unsinn zu glauben und nicht mehr zu hinterfragen. Was auf der Kanzel verbreitet wurde, wurde schon früher kaum hinterfragt. Das ist der Grund für Energiewende-Aktivisten, dieses Thema in die Kirchen hineinzutragen. Wer widerspricht schon seinem Pfarrer in der Kirche?“
So kann sich am Ende eine weiche Diktatur etablieren
„So gesehen ist die Energiewende eine zusätzliche Gefahr für unsere Demokratie, weil unsere Demokratie von der Meinungsfreiheit und der Meinungsvielfalt lebt, die jeder Bürger ohne Rücksicht äußern kann. Wird diese Möglichkeit längere Zeit bekämpft, verliert der Bürger die Fähigkeit, selbst zu denken. Das wäre das Ende unserer Demokratie. Kaum jemand würde sich zunächst dagegen wehren. Es ist ja so bequem, solange die Finanzen des Einzelnen stimmen und er sein Auskommen hat. So würde sich eine weiche Diktatur etablieren, die am Ende den Menschen viele Entscheidungen abnimmt und zur Gleichgültigkeit führt. Innovationen würden dann im Keim erstickt und die bisherige Freiheit wäre schon längst nicht mehr vorhanden.“
Nudging als ein Vorstadium zur Dekadenz
„Jeder dürfte nur das noch denken, was von den Etablierten vorgedacht wird. Nachdem fast alle Deutschen so denken, müssten natürlich die Anderen in Europa auch so oder ähnlich denken. Dann sind wir bereits bei einem fortgeschrittenen Stadium der Dekadenz. So gesehen ist Nudging ein Vorstadium von einer solchen Dekadenz. An Dekadenz sind alle großen Kulturen in der Geschichte zerbrochen. Wer diese Alarmmeldung nicht ernst nimmt, dem sage ich zum Schluss: „ Wir sind schon längst auf dem Weg dorthin“. Ob wir dann Arabisch oder Chinesisch sprechen, ist dann nicht mehr weiter von großem Belang.“
Gegenüber Nudging „eher ablehnend, aber mit gemischten Gefühlen“
Der Spiegel-Redakteur Alexander Neubacher hat das Buch mit dem Titel „Total beschränkt: Wie uns der Staat mit immer neuen Vorschriften das Denken abgewöhnt“ geschrieben, erschienen Ende 2014. Johannes Richardt, Redaktionsleiter des Magazins Novo-Argumente hat mit ihm ein Gespräch geführt, darunter auch über Nudging. Dem steht Neubacher, wie er sagt, eher ablehnend, aber mit gemischten Gefühlen gegenüber:
Lieber Nudging anstatt harter Verbotspolitik
„Einerseits finde ich die Vorstellung gruselig, dass die Regierung nun versucht, mit psychologischen Tricks in unser Unterbewusstsein vorzudringen, um unser Verhalten in eine politisch gewünschte Richtung zu lenken. Andererseits sehe ich, ganz undogmatisch, Nudging als eine minimalinvasive Alternative zu einer harten Verbotspolitik an. Bei den Recherchen für mein Buch habe ich versucht, die Sache möglichst unvoreingenommen anzugehen. Ich habe mit Richard Thaler und Cass Sunstein, den beiden Nudging-Gurus, gesprochen und mit vielen weiteren Befürwortern in Großbritannien und Skandinavien. Und das Kanzleramt war so freundlich, mir einen Einblick in die Vorbereitung seiner Nudging-Arbeitsgruppe zu gestatten.“
Mit der scheinbaren Harmlosigkeit tun sich Abgründe auf
„Das Perfide am Nudging ist ja seine scheinbare Harmlosigkeit. Es gehe ja nur darum, so heißt es, den Bürgern einen Stupser in die richtige Richtung zu verpassen. Wer sollte etwas dagegen haben? Doch genau hier tun sich Abgründe auf. Bei einem Verbot weiß ich immerhin noch, wogegen ich verstoße. Bei der sanften Verhaltensmanipulation hingegen merke ich womöglich gar nicht mehr, wie ich in die eine oder in die andere Richtung geschubst werde. Hier gehen bei mir sofort alle Alarmglocken an. Und was ist überhaupt die richtige Richtung?“
„Mit Nudging bleiben uns viele Ge- und Verbote erspart“
„Dennoch lohnt es sich, über Nudging nachzudenken. Es wäre schlicht naiv zu glauben, es gebe Politik ohne Regulierung, so schön es vielleicht wäre, wenn sich der Staat aus allem heraushielte. Auch Libertäre müssen akzeptieren, dass sich eine Regierung berufen fühlt, Rahmenbedingungen zu setzen, und zwar zu Recht, denn genau dazu wurde sie von einer Mehrheit der Bürger gewählt. Es geht also nicht um die Frage, staatliche Regulierung ja oder nein, sondern es geht darum, die Regulierung so zu gestalten, dass dabei möglichst wenig Freiheit für den Einzelnen auf der Strecke bleibt. Die Politik sollte meiner Ansicht nach hier nach dem Grundsatz des geringstmöglichen Eingriffs verfahren: Überzeugen kommt vor Anreizen, Anreizen kommt vor Erschweren, Erschweren kommt vor Verbieten. Wer nach diesem Schema vorgeht, wird feststellen, dass uns mit Nudging eine ganze Reihe von Ver- und Geboten erspart bleiben könnten, nach dem Motto: Es gibt keine gute Regulierung, aber vielleicht eine bessere.“
Auf die Frage von Richardt „Also sind Nudges im Zweifel für Sie das kleinere Übel?“ lautet Neubachers Antwort: „Wenn das angestrebte Ziel falsch ist, dann ist auch jedes Regulierungsinstrument falsch, mit dem der Staat versucht, dieses Ziel zu erreichen.“ Das ganze Gespräch hier.

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